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Coolify: Apps und Websites auf eigenen Servern betreiben

Coolify ist eine Open-Source-Plattform, mit der Sie Apps, Datenbanken und Websites selbst hosten. Was sie kann, wo die Grenzen liegen.

23. Oktober 2026 · Eddy-Romeo Lackmann

Coolify ist eine kostenlose Open-Source-Plattform, mit der Sie Web-Apps, Websites und Datenbanken auf Ihren eigenen Servern veröffentlichen und betreiben. Sie übernimmt vieles von dem, was Dienste wie Vercel, Heroku oder Netlify erledigen, von der Veröffentlichung per Git bis zum SSL-Zertifikat. Die Server gehören dabei Ihnen, und Sie entscheiden, wo Ihre Daten liegen. Wir betreiben auch diese Website mit Coolify.

Was ist Coolify?

Coolify beschreibt sich selbst als „open-source und selbst hostbare Alternative zu Vercel, Heroku, Netlify und Railway“. Der Quellcode steht unter der Apache-2.0-Lizenz auf GitHub, wo das Projekt über 63.000 Sterne gesammelt hat. Es gibt keine kostenpflichtigen Zusatzfunktionen: Was die Cloud-Version kann, kann auch die selbst gehostete.

Technisch baut Coolify auf Docker auf. Sie installieren es auf einem Server und verbinden weitere Server per SSH, etwa einen gemieteten Server bei einem Hoster in Deutschland, eine Cloud-Instanz oder einen Rechner im eigenen Büro. Coolify packt Ihre Anwendungen in Container und kümmert sich um deren Betrieb.

Was Coolify Ihnen abnimmt

  • Veröffentlichen per Git: Sie verbinden ein Repository bei GitHub, GitLab, Bitbucket oder Gitea. Jede Änderung auf dem gewählten Branch geht automatisch live. Auf Wunsch bekommt jeder Pull Request eine eigene Vorschau.
  • SSL-Zertifikate: Coolify richtet für Ihre Domains Zertifikate von Let's Encrypt ein und erneuert sie selbst.
  • Datenbanken: PostgreSQL, MySQL, MariaDB, MongoDB, Redis und weitere lassen sich mit wenigen Klicks anlegen.
  • Backups: Datenbanken werden automatisch in einen S3-kompatiblen Speicher gesichert und lassen sich von dort wiederherstellen.
  • Fertige Dienste: Über 360 Open-Source-Anwendungen sind mit einem Klick installiert, zum Beispiel Automatisierung, Analytics oder Kundenchat.
  • Mehrere Server: Sie verwalten alle Server und Projekte in einer Oberfläche.

Warum selbst hosten?

Ihre Daten bleiben, wo Sie sie haben wollen. Wenn der Server in einem Rechenzentrum in Deutschland steht, liegen dort auch Ihre Anwendungen und Datenbanken. Das macht Gespräche mit dem Datenschutzbeauftragten deutlich einfacher als bei Diensten, deren Server Sie nicht kennen.

Die Kosten bleiben planbar. Sie zahlen für den Server einen festen Monatspreis. Bei vielen Plattform-Diensten steigen die Kosten dagegen mit Traffic, Build-Minuten oder Teamgröße.

Sie können jederzeit wechseln. Coolify nutzt Docker, also einen offenen Standard. Ihre Anwendungen laufen auch ohne Coolify weiter, wenn Sie sich einmal anders entscheiden.

Wo die Grenzen liegen

Wer selbst hostet, ist auch selbst verantwortlich. Um den Server, seine Updates und die Backups kümmert sich niemand anderes.

Das gilt für Coolify selbst ganz besonders. Im Januar 2026 wurden elf kritische Sicherheitslücken veröffentlicht, bewertet mit 9,4 bis 10 von 10 Punkten. Über mehrere davon konnten angemeldete Nutzer Befehle mit Root-Rechten auf den verwalteten Servern ausführen. Im Laufe des Jahres kamen weitere Lücken dazu, die mit neuen Versionen geschlossen wurden. Coolify hat Zugriff auf alle Ihre Server. Halten Sie es deshalb aktuell, vergeben Sie Konten sparsam und machen Sie die Oberfläche möglichst nicht frei aus dem Internet erreichbar.

Außerdem ist Coolify kein Ersatz für eine große Container-Plattform wie Kubernetes. Für eine Handvoll Anwendungen und Websites passt es gut. Wer Hunderte Dienste über viele Rechenzentren verteilt, braucht andere Werkzeuge.

So nutzen wir Coolify

Diese Website ist mit Astro gebaut und liegt auf GitHub. Sobald wir eine Änderung auf den Entwicklungs-Branch schieben, baut Coolify die Seite neu und veröffentlicht sie auf unserer Testumgebung. Auch viele unserer internen Werkzeuge laufen über Coolify, selbst betrieben auf Servern in Deutschland. Welche das sind, sehen Sie auf unserer Seite Unser Stack.

Für wen lohnt sich Coolify?

  • Sie haben mehrere Web-Apps, Websites oder interne Tools und wollen sie an einem Ort betreiben.
  • Ihnen ist wichtig, dass Daten auf eigenen Servern in Deutschland oder der EU liegen.
  • Die Rechnungen von Vercel, Heroku und Co. sind Ihnen zu unberechenbar geworden.
  • Sie haben jemanden im Team oder einen Partner, der sich um Updates und Sicherheit kümmert.

Trifft der letzte Punkt nicht zu, ist ein verwalteter Dienst oft die bessere Wahl. Auch das sagen wir Ihnen gern.

Quellen

Stand: 23. Oktober 2026.

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